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SYMCRAFT Blog

Sommersymposium meets Symcraft: Exkursion zu vier Mühlviertler Textilbetrieben

Das Mühlviertel blickt auf eine jahrhundertelange Textiltradition zurück. Trotz des tiefgreifenden Strukturwandels sind bis heute Unternehmen erhalten geblieben, die traditionelles Wissen mit moderner Fertigung, innovativen Anwendungen und nachhaltigen Ansätzen verbinden.

Am 20. Juli 2026 führte eine Exkursion zu vier Textilbetrieben in der Region. Die Teilnehmenden erhielten unmittelbare Einblicke in unterschiedliche Produktionsverfahren, Maschinen und Materialien – von Leinen- und Jacquardgeweben über Schnüre und Seile bis zu Feuerwehrschläuchen und technischen Sicherheitstextilien..

Vier unterschiedliche Textilbetriebe

Bei Schernberger Seiltechnik in Putzleinsdorf verbindet sich Seilerhandwerk seit 1790 mit moderner Flechterei und Kunststoffextrusion. Das Familienunternehmen fertigt Schnüre, Seile und technische Geflechte für zahlreiche Anwendungsbereiche.

Luxury Weaving in Oepping ist auf hochwertige Jacquard-Gewebe spezialisiert. Aus ausgewählten Naturfasern wie Leinen, Wolle, Kaschmir und Seide entstehen maßgeschneiderte Textilien.

In der Leinenweberei Vieböck in Helfenberg wird seit 1832 gewebt. Der Betrieb stellt Leinen- und Baumwollstoffe her und verarbeitet sie in der eigenen Näherei zu unterschiedlichen Heimtextilien.

A. Haberkorn in Freistadt produziert seit 1919 technische Textilien, darunter Feuerwehrschläuche, Rundgewebe, Seil- und Bandwaren sowie persönliche Schutzausrüstung.

Für das Projekt SYMCRAFT war die Exkursion besonders interessant, da einige der besuchten Betriebe an Kooperationen beteiligt sind, die im Rahmen des Projekts entstanden sind. Den Ausgangspunkt dafür bildete die erste SYMCRAFT-Netzwerkveranstaltung, welche am 14. März 2025 im Textilen Zentrum Haslach stattgefunden hatte. Sie brachte Textilbetriebe mit Kunstschaffenden und Handwerker:innen zusammen, um neue Formen der Zusammenarbeit anzustoßen. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie Restmaterialien aus der Textilproduktion für neue Produkte und Anwendungen genutzt werden können.

Einige der besuchten Betriebe stellen dafür Materialien wie Webkanten, Garn- oder Zuschnittreste zur Verfügung. In den entstandenen Kooperationen werden diese Materialien gemeinsam mit Kunstschaffenden und Handwerker:innen weitergedacht und bearbeitet.

Produktion verstehen, Kooperationen vertiefen

Die Betriebsbesuche ermöglichten einen unmittelbaren Blick auf die Herkunft, Herstellung und Eigenschaften der unterschiedlichen Materialien. Dieses Wissen ist auch für die im Rahmen von SYMCRAFT entstandenen Kooperationen wertvoll: Wer Produktionsprozesse und Materialien besser versteht, kann neue Möglichkeiten für deren Weiterverwendung entwickeln.

Die Exkursion zeigte die Vielfalt der Mühlviertler Textilproduktion und machte zugleich sichtbar, welches Potenzial in der Zusammenarbeit zwischen Industrie, Kunst und Handwerk liegt. Genau an dieser Verbindung setzt SYMCRAFT an – mit dem Ziel, Wissen auszutauschen, neue Kooperationen zu ermöglichen und Impulse für eine regionale Kreislaufwirtschaft zu geben.

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