Zum Inhalt
Time4clay&lime Blog

Bilaterales Projekttreffen Ungarn – Österreich (27.02.2026): Datenerhebung und Bedarfsanalyse im Fokus

Am Freitag, dem 27. Februar 2026, fand in Budapest ein bilaterales Arbeitstreffen im Rahmen von Time4Clay&Lime statt. Im Mittelpunkt stand der fachliche Austausch der Projektpartner zur Datenerhebung und Bedarfsanalyse: Welche Zielgruppen müssen wir erreichen, welche Kompetenzen werden in der Praxis tatsächlich gebraucht – und wie strukturieren wir die Erhebung so, dass sie international vergleichbar und zugleich handwerklich praxisnah bleibt?

Was wurde diskutiert?

1) Struktur der Bedarfsanalyse

Gemeinsam wurde diskutiert, wie man eine Bedarfsanalyse sinnvoll gliedert – von der Zielgruppendefinition (Betriebe, Ausbilderinnen, Lehrkräfte, Meisterinnen) über geeignete Instrumente (Interviews/Umfragen) bis hin zur Auswertung, damit die Ergebnisse direkt in die Entwicklung von Qualifizierungsangeboten (Micro-Credentials/EQR-Logik) einfließen können.

2) Transfer-Erfahrungen aus anderen Qualifikationen

Besonders wertvoll waren die eingebrachten Erfahrungen des IAGF zur Erhebung und Auswertung von Bedarfsanalysen aus anderen beruflichen Qualifikationskontexten. 

Folgende inhaltliche Strukturen könnten für die Bedarfsanalyse passend sein

  • Ziel und Ausgangslage (Zielgruppen, Status quo der Malerausbildung inkl. Meisterebene).
  • Bedarf und Skill-Gaps (Arbeitsmarkt/Betriebe, Gesundheit/Innenraumluft, Nachhaltigkeit).
  • Umsetzung (Kompetenzmodule, EQF-Einordnung, Zugang und Prüfung/Zertifikat).

3) Gesundheit, Raumluft und mineralische Beschichtungen

Auch wissenschaftliche Perspektiven zur Gesundheit wurden aufgegriffen: Gute Innenraumluftqualität ist ein zentraler Faktor, weil Menschen in Europa einen sehr großen Teil ihrer Zeit in Innenräumen verbringen – und schlechte IAQ (Indoor Air Quality) gesundheitliche Risiken und Kosten verursacht. Das unterstreicht, warum mineralische, emissionsarme Systeme (u. a. Kalk/Lehm) nicht nur „ökologisch“, sondern auch gesundheitsrelevant sind.

4) Vergleich der Ausbildungen sowie Ausbildungsherausforderungen in Ungarn – inklusive Meisterebene

Ein wichtiger Teil des Gesprächs betraf den Vergleich der Ausbildungssysteme mit Österreich und die Herausforderungen in der Malerausbildung in Ungarn – sowohl in der Erstausbildung als auch auf der Meisterebene (Organisation, Modernisierung von Inhalten, Anbindung an aktuelle Marktanforderungen).Die Meisterausbildung wird in Ungarn üblicherweise als „mesterképzés“ (Meisterausbildung/Meisterkurs) organisiert und schließt mit der „mestervizsga“ (Meisterprüfung) ab; der formale Nachweis ist der „mesterlevél“ (Meisterbrief). (Magyar Kereskedelmi és Iparkamara).

Bis Ende März 2026 wird die Datenerhebung abgeschlossen sein und die Ergebnisse in eine Bedarfsanalyse einfließen, die als Grundlage für die Entwicklung der Qualifizierungsangebote und Lernmodule im Projekt Time4Clay&Lime dient.

Artikel teilen
IAGF
Datenschutzübersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen bei einem erneuten Websitebesuch und helfen unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.