
NQR 5 – Arbeitsworkshop– Fragebogen als Ausgangspunkt für die Qualifikationsentwicklung
Am 07.02.2026 von 09:00 bis 13:00 Uhr fand ein Arbeitsworkshop zum NQR-Niveau 5 in Hall in Tirol statt. Im Zentrum des Treffens stand der Fragebogen zur Bedarfsanalyse, der als Ausgangspunkt für alle weiteren inhaltlichen Überlegungen genutzt wurde.

Der Fragebogen wurde intensiv und fachlich detailliert diskutiert. Dabei ging es insbesondere um die Frage, welche Kompetenzen im Malerhandwerk künftig auf NQR-5-Niveau abgebildet werden müssen. Thematisiert wurden bestehende Kompetenzlücken, Herausforderungen mit modernen Baumaterialien als Untergrund, Unsicherheiten im Umgang mit Kalk- und Lehmbeschichtungen sowie die Erwartungen der Betriebe an eine neue, formal anerkannte höhere berufliche Qualifikation.
Weiters wurde der Workshop genutzt, um bestehende Netzwerke für die Online-Erhebung zu gewinnen.
Auf Basis des Online-Fragebogens wurden im nächsten Schritt erste Ideen für mögliche Lernergebnisse auf NQR-5-Niveau entwickelt. Diese Überlegungen markieren den Übergang von der reinen Bedarfserhebung hin zur eigentlichen Qualifikationsentwicklung und bilden das fachliche Fundament für die weitere Arbeit im Projekt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war die intensive fachliche Auseinandersetzung mit möglichen Untergründen für Kalk- und Lehmbeschichtungen, unabhängig ob diese im modernen Wohnbau, in der Sanierung oder im Denkmalschutz vorkommen wie:
- Holz und Holzwerkstoffe
- Lehmplatten
- Beton
- Mauerwerk aus Ziegel oder Stein
- Mischmauerwerk (z. B. Beton an Ziegel)
- Leichtbauplatten (z. B. Gipskarton, Heraklit, Rigips)
- Putze auf Zement-, Gips-, Kalk- oder Lehmbasis
- kunststoffvergütete Putze (nach Prüfung und Vorbehandlung)
- bestehende Beschichtungen wie Spachtelmassen, Glättespachtelungen und Farbsysteme
- Putzträgermatten (z. B. Ziegel-/Metallgewebe, Schilfrohrmatten)
- Wärmedämmsysteme (Wärmedämmputz- und Wärmedämmverbundsysteme)
Ein weiterer Diskussionspunkt war, die Bundesinnung der Maler und Tapezierer strategisch einzubinden. Ein wichtiger nächster Schritt dafür ist der Bundesinnungsausschuss Ende April 2026, bei dem die Zustimmung der Berufsgruppe eingeholt werden soll, um das Projektvorhaben aktiv mitzutragen und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Das Herzstück des Projekts ist die Höhere Berufsqualifikation (HBQ) „Kalk- und Lehmtechniken“. Ergänzend gibt es Überlegungen auch das Thema der Schimmelbekämpfung sowie dekorative Maltechniken in eine weitere formale Qualifikation zu verankern.
Für die nächsten Projektphasen wurde vereinbart, den Expertenkreis für den Aufbau der Expert:innengruppe gezielt zu erweitern, um den Anforderungen des HBB-Gesetzes bei der Entwicklung von höheren Qualifikationen zu entsprechen – insbesondere um Arbeitnehmervertreter:innen sowie um eine zukünftige Prüfungs- bzw. Zertifizierungsstelle.