
Workshop – Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Industrie im INTERREG-Projekt Symcaft, Wien, 15. Dezember 2025
Am 15.12.2025 fand in Wien (Wiedner Hauptstraße 63) im Rahmen des Interreg-Projekts SYMCRAFT – Creative craft for industrial symbiosis in circular economies ein intensiver Workshop mit Vertreter:innen der BI der Kunsthandwerke sowie der BI der Mode und Bekleidungstechnik statt. Ziel war es, zentrale Inhalte und Anwendungsmöglichkeiten von SYMCRAFT praxisnah zu erproben und gemeinsam weiterzuentwickeln. (Interreg Central Europe)

Durch den Workshop führte Dr. Madeleine Block, die die Diskussionen strukturiert leitete und die Ergebnisse entlang der nächsten Umsetzungsschritte zusammenfasste.
Praxistest des SYMCRAFT Service Portfolios
Im Mittelpunkt stand das Abtesten des SYMCRAFT Service Portfolios – insbesondere der Module zu
- Wiederverwendung industrieller Reststoffe,
- Entwicklung von Geschäftsplänen für recycelte Produkte sowie
- rechtlichen Rahmenbedingungen und Kooperationsvereinbarungen zwischen Industrie und Handwerk.
Dabei wurden Herausforderungen und Erfolgsfaktoren aus der Praxis gesammelt und direkt auf die Tool-Logik (Reuse/Recycling, Eco-Business Models, Legal Elements & Cooperation Agreements) rückgespielt.
Fokus: Verträge und Kooperationen – Fragebogen durchgearbeitet
Ein zentraler Programmpunkt war die gemeinsame Durchsicht des Fragebogens zur Erhebung der Eckdaten von Vertragsbestandteilen für Kooperationen zwischen Industrie und Handwerk/Kreativen. Ziel: die relevanten Bausteine für erfolgreiche Kooperationsmodelle zu konkretisieren (wie Verantwortlichkeiten, Materialflüsse, Verwertung, Haftung, Rechte/Nutzungen, Vereinbarungslogik).

Praxis-Input aus dem Upcycling-Bereich
Von Bundesgeschäftsführerin Iris Dittenbach wurden zudem konkrete Upcycling-Projekte sowie Ansprechstellen genannt, die in diesem Feld bereits Erfahrung gesammelt haben. Diese Kontakte werden als nächster Schritt für die Datenerhebung gezielt angesprochen, um Praxiswissen und Vergleichsfälle systematisch in die Ausgestaltung der Kooperations- und Vertragsmodelle einfließen zu lassen.
Informelle Kooperationen als Praxisrealität
Ein wichtiger Praxisaspekt wurde in der Diskussion besonders deutlich: In vielen Fällen basieren Vereinbarungen zwischen Industrie und kreativen Kleinstbetrieben nicht auf formalen Verträgen, sondern entstehen mündlich bzw. im Rahmen von Schenkungen/Materialweitergaben. Diese Ebene der vertraglichen Bindung ist damit häufig sehr informell gestaltet – ein Umstand, der für die Datenerhebung und die darauf aufbauende Entwicklung praxistauglicher Kooperations- und Vertragsmodelle im Projekt Relevanz haben wird.

Ergebnis: wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu tragfähigen Geschäftsmodellen
Der Workshop war ein sehr erfolgreicher Schritt auf dem SYMCRAFT-Weg: Gemeinsam wurden die Grundlagen gelegt, um die besten Geschäftsmodelle für kreislauffähige Produkte zu identifizieren – und zugleich die dafür notwendigen Verträge und Kooperationsvereinbarungen so zu strukturieren, dass sie in der Praxis zwischen Industrie und Handwerk/Kreativen funktionieren.