
Meisterfloristik im Stift Zwettl – ein Rückblick aus Sicht von OLD VIRTUES (LV4WW)
Wenn Handwerk Haltung wird, dann sieht man es – und man spürt es. Genau dieses Gefühl hat die Meisterausstellung der Akademie für Naturgestaltung im Stift Zwettl auch heuer wieder ausgelöst. Unter dem Titel „Mein Freund der Baum“ arbeitete jede Absolventin/jeder Absolvent der Meisterklasse für Floristik und Naturgestaltung mit einem zugelosten Baum und entwickelte dazu eine eigene, floral gestaltete Präsentation.
Das Ergebnis: tief recherchierte, poetische und handwerklich brillante, „florale Kunstwerke“– ergänzt um fünf weitere Prüfungsstücke pro Person (Brautschmuck, Bepflanzung, Trauerarbeit, Strauß, Gefäßfüllung). Präsentiert wurde öffentlich am 6. und 7. September im historischen Zisterzienserstift – ein Wochenende, das einmal mehr zeigte, wie ansteckend gelebte Meisterschaft ist.


Für OLD VIRTUES (LV4WW) ist diese Ausstellung ein Lehrstück in angewandten Arbeitstugenden: Verlässlichkeit in der Ausführung, Verantwortungsbewusstsein gegenüber Material und Natur, Kollegialität in der Teamorganisation – und Sinnhaftigkeit, die sich in jedem Detail wiederfindet. Genau hier setzt unser EU-Projekt an: „alte Arbeitstugenden“ neu beleben, mit modernen Werkzeugen verbinden und so die Widerstandskraft von Betrieben stärken.
Im Rahmen der Meisterbriefverleihung hielt DI Heidrun Bichler-Ripfel einen kurzen Keynote zu „Leidenschaft im Handwerk“ und die Bedeutung von Old Virtues. Sie machte deutlich, dass Leidenschaft mehr als ein Funke ist – sie ist eine Haltung, die Herz, Hand und Hirn verbindet und über Jahre wächst. Genau diese Haltung war in Zwettl sichtbar: in der nachhaltigen Materialwahl, in der präzisen Techniken und im respektvollen Umgang mit lebendigem Werkstoff.


Warum das für OLD VIRTUES zählt
- Tugenden sichtbar machen: Die Werke zeigen, wie Werte wie Sorgfalt, Ausdauer und Teamgeist in konkrete Qualität übersetzt werden.
- Wissen über Generationen tragen: Meisterliche Praxis schafft Brücken – zwischen Tradition und Innovation, zwischen erfahrenen Praktiker:innen und Nachwuchs.
- Sinn stiften: Das Thema „Mein Freund der Baum“ verbindet Gestaltung mit Verantwortung für natürliche Ressourcen – ein Kernanliegen unseres Projekts.

Zum Schluss bleibt Dankbarkeit: an die Akademie für Naturgestaltung, an das Stift Zwettl für den würdigen Rahmen – und an eine Abschlussklasse, die gezeigt hat, wie „alte Tugenden“ in der Gegenwart aufblühen. Oder, um es mit der Zwettler Tradition zu sagen: Die öffentliche Einladung war nie nur Schaufenster – sie war immer auch ein Beitrag, das Handwerk in seiner Tiefe erfahrbar zu machen.





